4 Schritte zu einem achtsameren Umgang mit Körper und Geist am Arbeitsplatz

Wissen Sie, welche Auswirkungen es auf Ihr Wohlbefinden und Ihre Arbeitsleistung hat, wenn Sie sich selbst nicht richtig spüren?

Sie kennen sicherlich folgende Situation: es ist ein Arbeitstag, an dem sich die Anforderungen, E-Mails und Anfragen an Sie häufen. Vielfältige und widersprüchliche Anforderungen werden an Sie gestellt und bald wissen Sie nicht mehr, wo Ihr Kopf steht. Sie sind so gehetzt, dass Sie keine Zeit mehr haben Ihren Körper wahrzunehmen und zu spüren, wie es Ihnen geht. Kopfschmerzen und Rückenschmerzen ignorieren oder verdrängen Sie mit Medikamenten. Geht es Ihnen oftmals oder über eine lange Zeit hinweg so, kann Sie das krank machen.

Dazu kommt, dass Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit oft nicht mehr im Hier und Jetzt sind. Multitasking und eine Überflutung an Informationen überlastet ihren Geist. Sogar am Mittagstisch läutet Ihr Handy. Sie vergessen Ihren Körper und sind nicht präsent. Wenn Sie dermaßen im Stress sind, wird das limbische System im Gehirn aktiviert. Sie sind in diesem Modus nicht mehr in der Lage, eine klare Entscheidung zu treffen, sondern reagieren irrational, Sie handeln im „Autopiloten“ und nach einem „alten“ Muster. Oftmals ist das hinderlich, wenn Sie beispielsweise im stressigen Situationen zu Süßigkeiten greifen oder Nachrichten verschicken, deren Inhalte Sie hinterher bereuen.

Was Sie tun können, um alte Denk- und Handlungsmuster zu durchbrechen

Den besten Ausweg aus dieser ungesund und unproduktiven Lebensweise bieten Achtsamkeitsübungen. Durch Achtsamkeit kann der präfrontale Gehirnlappen trainiert werden, wo sich der Sitz von mentaler Klarheit und Fokussierung befindet. Im Achtsamkeitstraining lernen Sie, die Reaktion auf einen Stimulus zu unterbrechen, indem Sie sich beispielsweise auf den Atem oder auf Ihren Körper fokussieren. Die kurze Pause, die Sie dadurch erzeugen, erlaubt es Ihnen, Ihre Reaktion bewusst auszuwählen.

Ein Beispiel dafür, was Sie konkret in einer stressigen Situation tun können, ist das Durchführen der A-B-C-D Übung des Achtsamkeitsexperten Rasmus Hougaard.

  1. Anatomy
    Nehmen Sie erst Ihren Körper wahr und spüren Sie in sich hinein.
  1. Breathing
    Nehmen Sie wahr, wie Sie Ein- und Ausatmen.
  1. Concentration
    Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und lassen Sie Ihre Gedanken los.
  1. Distraction
    Wenn Gedanken oder äußere Umstände Sie ablenken, fokussieren Sie sich wieder auf den Atem.

Diese Übung ist der erste Schritt, damit Sie bei sich selbst ankommen und achtsam mit sich umgehen. Wenn Sie diese vier Schritte regelmäßig wiederholen, lernen Sie, Ihren Körper gut zu spüren. Sie erkennen physische Blockaden und Spannungen immer leichter. Dies ist der erste Schritt dazu, damit diese sich auflösen können. Durch Konzentration auf Ihren Körper und auf Ihren Atem gelingt es Ihnen im Hier und Jetzt zu sein. Ihr Energieniveau steigt, und Ihr überlasteter Geist kann sich entspannen.

Warum es so wichtig, Körper und Geist zu nähren

Körper und Geist sind untrennbar sind miteinander verwoben. Das zentrale Nervensystem verbindet unser geistiges Zentrum, das Gehirn, mit unserem Körper. Unsere Gedanken beeinflussen unser körperliches Wohlbefinden. Gleichzeitig leitet der Vagus Nerv körperliche Empfindungen direkt an unsere Gehirnzentren.

Indem Sie Ihren Körper besser spüren und bewusst reagieren, stärken Sie Ihre neuronalen Netzwerke.

Sie lernen, Ihre Aufmerksamkeit gezielt dahin zu lenken, wo Sie sie brauchen und nehmen Prioritäten leichter wahr. Vor allem spüren Sie, was Ihnen wirklich wichtig ist. Sie finden zu einer neuen, tieferen Entspannung und inneren Zentriertheit. Diese ermöglicht es Ihnen, bessere berufliche Entscheidungen zu treffen und Sie haben mehr Kraft, um diese umzusetzen.

 

Über die Autorin:

Mag. Eva-Maria Schneider ist selbstständige Trainerin zum Thema Achtsamkeit, Atmung und Körperbewusstsein. Sie verfügt über mehr als 10 Jahre Berufserfahrung im Personalmanagement, zuletzt bei der OMV AG. Eva-Maria Schneider studierte Soziologie mit Schwerpunkt Gesundheit an der Universität Wien mit Auslandsaufenthalten in London und Costa Rica. Sie ist spezialisiert auf die Themen Personalentwicklung, Female Leadership, körperorientierte Coaching- und Therapiemethoden sowie betriebliches Gesundheitsmanagement.

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