Review Abendveranstaltung | Bene

Review Abendveranstaltung | Bene

Welche Rolle das HR Management auf dem Weg in die neue Welt des Arbeitens spielt, war die zentrale Fragestellung bei der zweiten Ausgabe unserer HR-Diskussionreihe „Future of Work“ – Sideevent. Gastgeber war dieses Mal die BENE AG. Im inspirierenden Ambiente des Schauraums in der Neutorgasse in der Wiener Innenstadt kamen HR Manager aus unterschiedlichen Branchen zusammen, um Fachvorträgen zu lauschen und sich untereinander auszutauschen.

Eröffnungs-Speaker war Mag. Martin-Hannes Giesswein, der in den letzten Jahren unterschiedliche Manager-Positionen im Nokia-Konzern bekleidet hat und sich seit einiger Zeit mit dem persönlichen und beruflichen Nutzen von neuen Technologien beschäftigt. Eindringlich wies er in seinem Vortrag auf die immer schneller voranschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft hin. Herr Giesswein ist der Meinung, dass schon im Alter von 3 bis 6 Jahren unsere Digitalkompetenz geprägt wird. Dieses Aufwachsen mit neuen Technologien hat die Generation Y so stark beeinflusst, dass es für sie kaum noch vorstellbar ist, in einem Beruf tätig zu sein, wo sie erlernte Fähigkeiten und gewohnte technische Hilfsmittel nicht ohne Einschränkung anwenden und nutzen können. Die Unternehmen im Allgemeinen und die HR Manager im Speziellen sind hier in der Pflicht, passende Arbeitsvoraussetzungen zu schaffen. Vor allem war es dem Manager und Digitalisten wichtig darauf hinzuweisen, dass Future of Work elementar davon abhängt, dass auch die Digitalkompetenz im HR Management  zunimmt. Denn nur wer die Digital Natives versteht, kann die Brücke zu den Digital Immigrants schlagen.

Mag. Anneliese Breitner, PhD, selbständige Beraterin und Autorin des Buchs „Being Social“, referierte über Veränderungen bei den HR Prozessen, die mit Kollaboration, Mobilität und steigenden digitalen Anforderungen einhergehen. Diese digitale Transformation beeinflusst alle HR Prozesse, von der Mitarbeiter-Integration bis zur Bindung. Wirkliches kollaboratives Arbeiten findet nämlich erst dann statt, wenn der Mitarbeiter individuell auf Grund seiner Wertbeiträge, positive soziale Anerkennung erwarten darf. Die größte Herausforderung, die hier auf das HR Management zukommt, ist es privat angelernte digitale Kompetenzen in die Unternehmenskultur zu integrieren. Eine Diskrepanz zwischen „private“ und „business“ zeigte Frau Mag. Breitner, PhD auf, als sie die Zuhörer darauf hinwies, wie selbstverständlich die private Nutzung von Facebook oder anderen Social Media Kanälen ist, welche Ängste und Vorurteile jedoch der businessmäßigen Nutzung anhaften.

Anschließend diskutierte Anneliese Breitner, PhD am Podium mit Mag. Daniel Bacher, Head of Human Resources bei der Leobersdorfer Maschinenfabrik, Mag. Lukas Mittermüller, Head of Human Resources der BENE AG und Martin Pitzl, Sales Manager von P & I Personal und Informatik, über die unterschiedlichen Sichtweisen auf „Future of Work“ und mit welchen Problemstellungen die Personaler dadurch konfrontiert sind. Einig waren sich die Diskutanten, dass es nicht relevant ist, wie viel oder wie lange ein Mitarbeiter arbeitet, sondern dass am Ende des Tages das Ergebnis oder die erbrachte Leistung zählt. Herr Mittermüller warf den Begriff des „activity based working“ ein und unterstrich, dass verschiedene Tätigkeiten unterschiedliche Arbeitsplätze und -gegebenheiten erfordern. Persönlich verlegt er zum Beispiel gerne kreative Prozesse ins Freie. Auf die „bring your own device“-Debatte eingehend, verwies er auf ein Erlebnis aus seiner Zeit als Grundwehrdiener. Damals war die Ausstattung für junge Rekruten bei einem 30 Kilometer Marsch weitaus schlechter, als die private Ausrüstung, die er bei einem gemütlichen Waldspaziergang zur Verfügung hatte. Ähnlich muss es den Digital Natives heute ergehen, wenn sie zu Hause ein top Equipment zur Verfügung haben und im Büro auf veralteten Geräten operieren müssen. Als zentrale Herausforderung für Personalisten, strich Herr Bacher, das Schaffen von positiven Perspektiven für ältere Mitarbeiter heraus. Auf Grund der demografischen Entwicklung muss schon jetzt darauf geachtet werden, dass ein Arbeitsumfeld geschaffen wird, dass auch für eine älter werdende Mitarbeiterstruktur kompatibel ist. Martin Pitzl, der sich selbst der Generation X zuordnet, ist seit jeher schon ein Verfechter von freier Zeiteinteilung. Ihm beobachtet bei sich selbst eine höhere Produktivität, wenn er selbst entscheiden kann, wann er arbeitet und wann er sich Freizeit gönnt.

Einen gemütlichen Ausklang fand die Veranstaltung beim anschließenden Get-together. Bei Drinks und Delikatessen von Gourmet Cornelius lies man das Gehörte Revue passieren oder diskutierte angeregt weiter.